← Zurück zum Blog

Whakaari/White Island: Tiefblick auf Neuseelands Offshore-Vulkan

2025-02-14

Whakaari, auch unter dem englischen Namen White Island bekannt, ist eine kleine Vulkaninsel in der Bay of Plenty vor der Nordinsel Neuseelands. Sie ist der einzige derzeit aktive Vulkan des Landes, der von einer echten Insel ausbricht, und der durchgehend aktivste im ganzen Land. Jahrzehntelang war sie für Touristen offen. Nach der Katastrophe von 2019 endete diese Ära.

Ein Unterwasservulkan, der die Oberfläche durchbrach

Whakaari ist der aufgetauchte Gipfel eines viel größeren Unterwasserstratovulkans im Taupō-Vulkanbogen, der von White Island nach Süden über Rotorua, Taupō und Tongariro reicht. Der größte Teil des Vulkans liegt unter Wasser. Nur der zentrale Kraterkomplex durchbricht die Oberfläche — ein Hufeisen aus Klippen um einen schwefelgelben Kraterboden.

Säureseen und Fumarolen

Im Krater bildet und verschwindet ein saurer Kratersee über Jahre und Jahrzehnte hinweg, je nach Niederschlag, Aktivität und hydrothermalem Fluss. Fumarolen stoßen Schwefeldioxid und Schwefelwasserstoff aus. Gelbe Schwefelkristalle wachsen über Nacht um die Öffnungen. Die ganze Landschaft wirkt fremdartig — karg, heiß, chemisch aggressiv.

Eine lange Eruptionsgeschichte

Europäische Beobachtungen begannen in den 1820ern, doch die Insel ist seit mindestens 150.000 Jahren aktiv. Ausbrüche 1914 töteten zehn Schwefelbergleute im Krater. Der Schwefelabbau lief mit Unterbrechungen bis 1933. Von den 1970ern bis in die 2010er produzierte der Vulkan ein kontinuierliches Muster aus kleinen Eruptionen, Ascheauswurf und gelegentlichen Dampfexplosionen.

Die Katastrophe 2019

Am 9. Dezember 2019 ließ eine plötzliche dampfgetriebene Explosion überhitzte Asche und Gas über den Kraterboden ziehen, während 47 Touristen und Guides darin waren. 22 starben, die übrigen wurden schwer verletzt. Die Katastrophe beendete kommerzielle Besuche auf der Insel. Behörden in Neuseeland und Australien führten zudem Strafverfahren gegen Veranstalter.

Risiko und Tourismusethik

Die Toten von 2019 stellten die Vulkantourismus-Frage neu: Wie viel Risiko ist auf einem aktiven Schlot zumutbar, der zwar überwacht, aber nie ganz vorhersehbar ist? Whakaari hatte in den Wochen davor eine erhöhte Alarmstufe. Spätere Gesetze und Vorschriften machten ähnliche Touren in Neuseeland viel schwerer — auf Whakaari wie anderswo.

Eigentum und Besucher heute

Whakaari ist in Privatbesitz und gehört seit den 1930ern der Familie Buttle, verpachtet an die neuseeländische Regierung als Landschaftsschutzgebiet. Direktlandungen werden der Öffentlichkeit nicht mehr angeboten; Helikopterüberflüge und Bootstouren um die Insel geben einen externen Blick, mit Sicht in den aktiven Krater aus der Luft.

Fernüberwachung vom Festland

GNS Science betreibt ein kontinuierliches Beobachtungsprogramm mit Seismometern, Kameras, Gassensoren und Satellitendaten. Alarmierungsbulletins werden veröffentlicht, sobald sich die Bedingungen ändern. Whakaari ist auch eine Forschungsstation für kleine, aber tödliche phreatische Eruptionen, die die kürzeste Vorwarnzeit aller vulkanischen Aktivität geben.

Warum Whakaari zählt

Whakaari ist ein Fenster in die Geologie des Taupō-Grabens, ein Lehrstück über phreatische Eruptionsrisiken und ein tragisches Beispiel dafür, wie Tourismusökonomie das Sicherheitsurteil überholen kann. Es ist auch eine eindrucksvolle, schöne Insel, die wenige je wieder aus der Nähe sehen werden.

Auf der Karte

Auf der Karte liegt Whakaari rund 50 Kilometer nördlich von Whakatāne in der Bay of Plenty. Die Taupō-Vulkanzone erstreckt sich von dort nach Südwesten ins Tongariro- Nationalparkgebiet.