Die 10 wichtigsten Vulkane des Jemen
Der Jemen ist kein Land, das die meisten mit Vulkanen verbinden, doch er sitzt auf einem der ausgedehntesten jungen Vulkanfelder Arabiens und beherbergt einen der wenigen derzeit aktiven Vulkane der arabischen Platte. Die Harrats — breite Basaltfelder — bedecken weite Teile des westlichen Berglandes, und die Inseln des Roten Meers fügen mehrere aktive und ruhende Kegel hinzu. Diese zehn sind die Hauptpunkte.
1. Dschebel al-Tair
Eine kleine Vulkaninsel im südlichen Roten Meer, die 2007 unerwartet ausbrach und mehrere jemenitische Soldaten tötete, die dort stationiert waren. Es war die erste historisch dokumentierte Aktivität der Insel und bestätigte Dschebel al-Tair als einen der wenigen aktiven arabischen Vulkane.
2. Zubair-Gruppe
Eine Kette kleiner Vulkaninseln im südlichen Roten Meer südlich von Dschebel al-Tair. 2011 und 2013 entstanden hier durch Unterwasserausbrüche zwei neue Inseln — eines der ganz wenigen modernen Beispiele für neu entstandenes Land durch Eruption.
3. Harrat Dhamar
Ein junges basaltisches Feld um die Stadt Dhamar im zentralen Bergland, mit Schlackenkegeln, Lavaströmen und Tuffringen. Historische Ausbrüche sind nicht bestätigt, doch quartäre Aktivität ist gut belegt. Das Gebiet trägt eines der dichtesten archäologischen Archive Jemens.
4. Harrat al-Sirat
Ein weites Harrat im westlichen Bergland, das sich nach Saudi- Arabien fortsetzt, vor allem pleistozäne Basalte über älteren Vulkangesteinen. Das Landschaftsbild zeigt dunkle Basaltplateaus, zerlegt von tiefen Wadis.
5. Harrat al-Buqum
Ein weiteres ausgedehntes basaltisches Feld, vor allem in Saudi- Arabien, mit Ausläufern in den Nordjemen. Schlackenkegel und Lavafelder sind gut erhalten; einige junge Ströme wirken so frisch, als könnten sie in den letzten Jahrtausenden ausgebrochen sein.
6. Jabal an-Nabi Shu'aib
Mit 3.666 Metern der höchste Berg des Jemen und der Arabischen Halbinsel. Kein klassischer Stratovulkan, sondern auf ausgedehnten tertiären und quartären Vulkangesteinen aufgebaut. Der Gipfel bietet Panoramablicke über das zentrale Bergland und die umliegenden Harrats.
7. Ausläufer der Harrat al-Lunayyir
Das saudische Harrat, das 2009 eine bemerkenswerte seismische Krise hatte, reicht in den Nordwesten des Jemen hinein. Schlackenkegel entlang der Verlängerung zeigen, dass das magmatische Leitungssystem grenzüberschreitend ist.
8. Harrat Tihamah
Ein küstennahes basaltisches Feld an der Rotmeerseite des Landes, mit jung wirkenden Strömen bis ans Ufer. Die Kombination aus Basalt und Korallenküste ergibt eine ungewöhnliche Küstengeologie.
9. Dschebel Zukur
Eine weitere kleine Insel im Hanisch-Archipel des Roten Meers, ein niedriger Vulkanbau mit umstrittener Geschichte kleinerer phreatischer Aktivität. Der politische Status der Inseln war lange zwischen Jemen und Eritrea umstritten.
10. Vulkankomplex von Aden
Die Halbinsel, auf der die Stadt Aden liegt, ist selbst ein junger Vulkanbau — ein miozäner bis pleistozäner basaltischer Schild mit späteren Kegeln und Kratern. Crater Town, die Altstadt Adens, sitzt in einem halb erodierten Vulkankrater.
Warum der Jemen auf so viel Basalt sitzt
Der Jemen liegt am Südrand der arabischen Platte, nahe den Riften des Roten Meeres und des Golfs von Aden. Während Arabien sich von Afrika löst, steigt Magma in Spalten und an verstreuten Punkten hinter dem Riftrand auf. Das Ergebnis ist ein Mosaik junger Basaltfelder statt einer einzigen Linie zentraler Vulkane.
Eine schwer bereisbare Region
Der heutige Jemen ist wegen des andauernden Krieges für ausländische Besucher weitgehend unzugänglich. Akademische Feldarbeit pausiert oder ist auf die saudische Seite gewandert. Wer sich heute mit jemenitischem Vulkanismus befasst, arbeitet überwiegend mit Satellitendaten und älteren Geländeproben.
Auf der Karte
Filtert man die Karte auf den Jemen, zeigt sich das basaltische Dunkel des westlichen Berglandes deutlich, mit einer Kette kleiner Vulkaninseln im Roten Meer. Der Aden-Komplex sitzt ganz im Süden.