Die 10 wichtigsten Vulkane von Kap Verde
Kap Verde — Cabo Verde auf Portugiesisch — ist ein vollständig vulkanisch gebauter Archipel. Seine zehn großen Inseln liegen vor der Küste Senegals und Mauretaniens und erheben sich aus dem tiefen Atlantik über einem einzigen ozeanischen Hotspot. Auf einer von ihnen, Fogo, steht ein aktiver Stratovulkan, der alle paar Jahrzehnte ausbricht. Diese zehn sind die Vulkane und Vulkankomplexe, die zählen.
1. Pico do Fogo
Der prägende Vulkan Kap Verdes. Ein 2.829 Meter hoher Stratovulkan, der aus der älteren Caldera Chã das Caldeiras auf der Insel Fogo aufsteigt. Ausbrüche 1995 und 2014–15 formten den Calderaboden um und erzwangen Evakuierungen kleiner Dörfer. Der Gipfelaufstieg ist ein klassisches Atlantikerlebnis.
2. Chã das Caldeiras
Die Caldera, in der Pico do Fogo sitzt, entstand vor rund 73.000 Jahren durch Einsturz. Der Boden ist heute ein hohes, trockenes Plateau aus Vulkanasche mit Weinbergen und kleinen Dörfern. Nach jedem Ausbruch — und die Bewohner sind außergewöhnlich beharrlich — wird auf der neuen Lava wieder aufgebaut.
3. Brava
Die kleinste bewohnte Insel, ein einzelner stark erodierter Vulkanbau mit hohem Zentralplateau und dramatischen Meeresklippen. Im späten Quartär aktiv; heute ruhend, aber reich an Vulkanformen und steilen Pfaden.
4. Santo Antão
Die nördlichste große Insel, ein alter Vulkanmassif, tief in Schluchten und Grate erodiert. Längst inaktiv, doch eine der spektakulärsten Wanderlandschaften des Landes, mit terrassiertem Ackerbau in alten lavabodengeprägten Tälern.
5. São Vicente
Eine stärker erodierte Insel mit dem Haupthafen Mindelo. Vulkanische Herkunft in Klippen und Hügeln noch klar, doch die Aktivität ist lange beendet. Die gefaltete Landschaft rund um den Monte Verde ist klassischer Restvulkan.
6. São Nicolau
Ein weiterer erodierter Schild mit einem zentralen Hebungsraum, der im Monte Gordo gipfelt, einem Waldreservat. Die Geologie ist älter als die südlichen Inseln, aber noch eindeutig vulkanisch.
7. Sal
Berühmt für Tourismus und Salinen, geologisch die flachste der großen Inseln. Der vulkanische Untergrund ist da, doch starke Meereserosion und Sedimentbedeckung haben die Landschaft geglättet. Der Krater Pedra de Lume ist das sichtbarste Vulkanelement, in dem heute Salz gewonnen wird.
8. Boa Vista
Ähnlich wie Sal — eine niedrige, sandbedeckte Vulkaninsel. Hier und da treten Kegelreste hervor, doch das Bild ist eher Wüste als Vulkan. Wichtige Brutplätze für Seevögel und Schildkröten liegen am basaltischen Ufer.
9. Maio
Eine kleine, niedrige Vulkaninsel östlich von Santiago, mit Basaltaufschlüssen an der Nordküste und Salinen im Landesinneren. Heute ruhig, gehört aber zur selben Hotspot-Spur.
10. Santiago
Die größte Insel, politisches und kulturelles Zentrum Kap Verdes, mit der Hauptstadt Praia. Ein komplexer Schild mit späteren Kegeln und Lavaströmen. Im letzten Jahrmillion aktiv, heute ruhend. Das hohe Innere — Pico da Antónia, Serra Malagueta — steht auf diesen älteren Vulkangesteinen.
Ein Hotspot unter dem Atlantik
Kap Verde sitzt auf einem langlebigen Hotspot im zentralen Atlantik. Die Inseln dokumentieren Millionen Jahre vulkanischer Aufbauarbeit, mit jüngeren Inseln im Süden und älteren, stärker erodierten im Norden. Fogo ist heute der aktive Ausdruck.
Wie Besucher die Inseln erleben
Die Fogo-Besteigung ist das Vulkan-Highlight — eine Sonnenaufgangswanderung vom Calderaboden zum Zentralkegel. Santo Antão und São Nicolau bieten die besten Vulkanlandschaftswanderungen. Sal und Boa Vista sind Strandziele, wo die vulkanische Geologie ein leiseres Hintergrundbild abgibt.
Auf der Karte
Filtert man die Karte auf Kap Verde, zeigen sich die zehn großen Inseln als Hufeisen im Atlantik, mit Fogo als aktivem Zentrum und den älteren Inseln nördlich und westlich.