Die zehn wichtigsten Vulkane Griechenlands
Griechenland liegt über dem langsamen Abtauchen der Afrikanischen Platte unter Eurasien, und der Hellenische Vulkanbogen zieht in einer Kurve durch die südliche Ägäis. Es ist nach Weltmaßstäben ein ruhiger Bogen – doch die bronzezeitliche Eruption von Santorin war eine der größten der letzten 10.000 Jahre, und Nisyros bleibt unruhig.
1. Santorin (Thera)
Der berühmteste Vulkan Griechenlands, mit gefluteter Caldera und langer Geschichte explosiver Ausbrüche. Die minoische Eruption um 1600 v. Chr. begrub Akrotiri und prägte die Ägäis neu um. Die weiß schimmernden Klippen von Oia sind der erodierte innere Rand.
2. Nea Kameni (in der Santorin-Caldera)
Die junge Lavainsel in der Santorin-Caldera, aufgebaut durch Ausbrüche von 1707 bis 1950. Die Bootsfahrt aus Fira führt zu frisch wirkendem schwarzem Bimsstein und dampfenden Spalten.
3. Nisyros
Eine nahezu perfekte Caldera-Insel im Dodekanes, mit dem Stefanos-Krater am Boden – einer heißen, schwefelgetränkten Mulde, in die man hinabsteigen kann. Letzte explosive Aktivität 1888.
4. Milos
Eine ältere Vulkaninsel, in der noch immer Industriemineralien abgebaut werden. Die schwefelgelben und ockerfarbenen Klippen der Südküste sind sichtbare vulkanische Chemie. Die Strände von Sarakiniko wirken wie gemeißelte Mondlandschaft.
5. Kos
Die östliche Flanke der Nisyros-Caldera bleibt als Teil der Insel Kos erhalten. Die Kos-Eruption vor 161.000 Jahren war eine der größten im Mittelmeer – ihre Bimssteinablagerungen reichen über Hunderte von Kilometern.
6. Methana
Eine kleine Halbinsel im nördlichen Saronischen Golf mit holozänen Kegeln und heißen Quellen. Örtliche Thermalbäder und einige zugängliche Schlackekegel.
7. Sousaki
In der Nähe des Korinthkanals, mit aktiven Fumarolen und Schwefelausblühungen. Das einzige vulkanische Zentrum auf dem griechischen Festland.
8. Ägina
Eine kleine Insel im Saronischen Golf mit einem zwei Millionen Jahre alten vulkanischen Kern im Zentrum. Berühmter für Pistazien als für Ausbrüche, doch der Untergrund ist vulkanisch.
9. Poros
Direkt neben Methana, mit verwandten vulkanischen Gesteinen, die auf der Insel sichtbar sind. Geologisch Teil desselben Saronischen-Golf-Systems.
10. Yali
Eine kleine unbewohnte Insel nahe Nisyros – im Grunde ein Bimsstein- bruch auf vulkanischem Untergrund. Erinnerung daran, wie viel Bimsstein der Bogen produziert hat.
Warum es den Bogen gibt
Die Afrikanische Platte taucht nordwärts unter die Ägäis ab. Beim Absinken setzt sie Wasser frei, das die Schmelztemperatur des darüber liegenden Mantels senkt und Bogenmagma erzeugt. Santorin und Nisyros liegen etwa 150 km über der Platte.
Sicherheit und Zugang
Der Nisyros-Krater ist begehbar, aber der Boden ist instabil und die Fumarolen ohne Belüftung tödlich. Nea Kameni wird per Bootstour mit verpflichtenden Wanderführern besucht. Vor dem Besuch stets die Mitteilungen des Griechischen Geophysikalischen Dienstes prüfen.
Auf der Karte
Wer die Karte auf Griechenland filtert, sieht den Bogen durch die südliche Ägäis von Methana bis Nisyros schwingen – eine ruhige, schöne Kette mit mehr Kraft, als ihr touristisches Gesicht vermuten lässt.