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Lavaströme erklärt: Aa, Pahoehoe und die Formen geschmolzenen Gesteins

2026-01-17

Wenn ein Vulkan effusiv ausbricht, sendet er Flüsse aus geschmolzenem Gestein über die Landschaft. Doch nicht alle Lavaströme sind gleich. Derselbe Vulkan kann Ströme erzeugen, die völlig verschieden aussehen, von glasigen, glatten Oberflächen, die wie Seil kräuseln, bis zu harten, gebrochenen Weiten aus zackigem Geröll. Die Formen, die Lava annimmt, mit hawaiianischen Wörtern benannt, die Eingang in den weltweiten wissenschaftlichen Wortschatz gefunden haben, verraten, wie sich die Lava beim Erkalten und Fließen verhielt.

Was einen Lavastrom bestimmt

Das Verhalten eines Lavastroms hängt vor allem von der Temperatur, der Zusammensetzung und dem Gasgehalt der Lava ab. Heißere, fließfähigere basaltische Lava strömt leicht und kann weit reisen, während kühlere oder kieselsäurereichere Lava träge fließt. Die Abkühlungsrate, die Hangneigung und die Zufuhr frischer Lava prägen alle, wie ein Strom vorrückt und welche Oberfläche er bildet.

Pahoehoe: der glatte, seilartige Strom

Pahoehoe, ein hawaiianisches Wort, beschreibt Lava mit glatter, wulstiger oder seilartiger Oberfläche. Sie entsteht aus fließender, schnell bewegter basaltischer Lava, die beim Fließen ihre Hitze und eine biegsame Haut behält. Während die Oberfläche leicht abkühlt, während die Lava darunter weiter fließt, runzelt sie zu den charakteristischen seilartigen Falten. Pahoehoe kann in zarten, glühenden Zehen und Lappen vorrücken und glatte, gewellte Gesteinsplatten bauen.

Aa: der zackige, schlackige Strom

Aa, ebenfalls ein hawaiianisches Wort, beschreibt Lava mit rauer, gebrochener, schlackiger Oberfläche aus scharfen, eckigen Fragmenten. Sie entsteht aus Lava, die kühler, zäher oder schneller bewegt ist als Pahoehoe, sodass ihre Oberfläche zerreißt, statt sich zu falten. Auf einem Aa-Strom zu gehen ist tückisch, seine losen, messerscharfen Blöcke verleihen dem Strom seinen harten, abweisenden Charakter. Derselbe Ausbruch kann sowohl Aa als auch Pahoehoe erzeugen, wenn sich die Bedingungen ändern.

Von Pahoehoe zu Aa

Ein einzelner Strom kann sich beim Fließen von Pahoehoe zu Aa verwandeln. Während Lava hangabwärts fließt und abkühlt, Gas verliert oder beschleunigt, kann glatte Pahoehoe in raue Aa zerbrechen. Dieser Übergang ist eine lebendige Veranschaulichung dafür, wie der physikalische Zustand der Lava, statt ihres Ursprungs, die Form bestimmt, die sie annimmt, und hilft Wissenschaftlern, die Bedingungen zu lesen, unter denen ein Strom entstand.

Blocklava und zähe Ströme

Kieselsäurereichere Laven wie Andesit und Dazit sind weit zäher und erzeugen Blocklavaströme mit Oberflächen aus großen, eckigen Blöcken. Diese dicken, langsamen Ströme rücken nur kurze Strecken vor und können steilfrontige Lappen bauen. Am zähesten Extrem fließt solche Lava kaum noch und türmt sich stattdessen zu Lavadomen auf.

Lavaröhren und -kanäle

Während ein Pahoehoe-Strom vorrückt, kann seine Oberfläche verkrusten, während das geschmolzene Innere weiter fließt, und so eine Lavaröhre bilden. Diese natürlichen Leitungen isolieren die Lava und erlauben ihr, große Entfernungen mit geringem Wärmeverlust zurückzulegen. Wenn der Ausbruch endet und die Lava abfließt, kann sie hohle Röhren und Höhlen hinterlassen, ein unverwechselbares Erbe effusiver Ausbrüche, das an Vulkanen wie denen Hawaiis und Islands zu finden ist.

Das Gestein lesen

Für Geologen ist die Oberflächentextur eines erstarrten Lavastroms ein wertvolles Zeugnis. Das Vorhandensein von Pahoehoe, Aa oder Blocklava verrät die Zusammensetzung und das Verhalten der Lava, die ihn bildete, während Merkmale wie Lavaröhren, -kanäle und Stromfronten helfen zu rekonstruieren, wie der Ausbruch ablief. Das Lesen dieser Formen erlaubt es Wissenschaftlern, längst vergangene Ausbrüche zu deuten.

Auf der Karte

Lavaströme in all ihren Formen finden sich an effusiven Vulkanen weltweit, von den Schilden Hawaiis und Islands bis zu den Basaltfeldern vieler Vulkanregionen. Erkunden Sie diese Vulkane auf der interaktiven Karte – filtern Sie nach Typ, um zu sehen, wo die Flüsse geschmolzenen Gesteins die Erdoberfläche geformt haben.