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Die zehn wichtigsten Vulkane der Kanarischen Inseln

2025-03-02

Die Kanaren liegen auf der langsam wandernden Afrikanischen Platte und werden von einer tiefen Mantelquelle gespeist, ganz ähnlich wie Hawaii. Jede Insel ist ein einzelner Schildvulkan (oder ein verschmolzenes Paar), und das System als Ganzes hat im letzten Jahrtausend etwa jedes Jahrhundert einen Ausbruch erzeugt. La Palma 2021 ist nur das jüngste Kapitel.

1. Teide (Teneriffa)

Mit 3.715 m der höchste Berg Spaniens und Zentrum einer großen Caldera, Las Cañadas. Noch immer als aktiv eingestuft, mit Fumarolen am Gipfel. Die Seilbahn führt bis 200 m unter den Gipfel; das letzte Stück erfordert eine Sondergenehmigung.

2. Tajogaite (Cumbre Vieja, La Palma)

Die Spalteneruption von 2021 auf dem Cumbre-Vieja-Grat – 85 Tage strombolianische und effusive Aktivität, die mehr als 3.000 Gebäude zerstörten und der Westküste neues Land hinzufügten. Das abgekühlte Lavafeld ist heute Forschungsgebiet und langsamer Tourismus-Rundgang.

3. Pico Viejo (Teneriffa)

Der zweite Gipfel des Teide-Pico-Viejo-Komplexes, 3.135 m, mit einem tiefen Krater. Über eine lange Traverse vom Teide-Weg erreichbar.

4. Caldera de Taburiente (La Palma)

Keine klassische Vulkancaldera, sondern eine Erosionscaldera in einem zwei Millionen Jahre alten Schildvulkan. Ein gewaltiges Amphitheater mit Kiefernwäldern und einem 1.500 m tiefen Zentraltal.

5. Timanfaya (Lanzarote)

Die Ausbruchsserie 1730–1736 begrub ein Viertel Lanzarotes unter Lava und prägte die vulkanische Identität der Insel. Geothermische Wärme am Besucherzentrum gart noch heute Fleisch über einem offenen Schlot.

6. Corona (Lanzarote)

Eine 2 km lange Lavaröhre des Corona-Vulkans – eine der längsten der Welt – teilweise zugänglich als Jameos del Agua und Cueva de los Verdes. Der Vulkan darüber ist heute ruhend.

7. Caldera de Bandama (Gran Canaria)

Ein nahezu perfekter Maar wenige Kilometer südlich von Las Palmas, mit begehbarem Rand und einem Weinberg im Inneren. Eine Erinnerung daran, dass auch Gran Canaria zur aktiven Linie gehört.

8. El Hierro (Tagoro, submarin)

Die submarine Eruption 2011–12 vor der Südküste El Hierros erzeugte treibende Bimssteinflöße, brach aber nie an die Oberfläche durch. Eine Erinnerung daran, dass der kanarische Vulkanismus überwiegend marin war und ist.

9. Roque de los Muchachos (La Palma)

Der 2.426 m hohe Gipfel des erodierten La-Palma-Schildes, gekrönt vom Observatorium Roque de los Muchachos. Der dunkle Nachthimmel über La Palma ist selbst ein vulkanisches Geschenk.

10. Garajonay (La Gomera)

Der 1.484 m hohe Gipfel La Gomeras, Mittelpunkt eines der letzten Lorbeer-Nebelwälder der Welt. Der ursprüngliche Schild ist älter und erloschen, doch der vulkanische Untergrund prägt weiter die Hydrologie der Insel.

Wie die Kette funktioniert

Die Kanaren wachsen auf einer langsam wandernden Platte über einer Mantelquelle. Die ältesten Inseln (Lanzarote, Fuerteventura) sind etwa 20 Millionen Jahre alt, La Palma und El Hierro unter 2 Millionen und im Wachstum. Ausbrüche sind meist basaltisch und effusiv – lange, sanfte Lavaströme statt explosiver Eruptionen.

Sicherheit und Zugang

Der Teide braucht eine Wochen vorher gebuchte Genehmigung. Das Lavafeld 2021 auf La Palma ist stellenweise noch heiß und außerhalb markierter Wege gesperrt. Timanfaya auf Lanzarote wird nur in geführten Bussen durchquert. Vor jedem Annähern an aktive Gebiete die INVOLCAN-Mitteilungen prüfen.

Auf der Karte

Wer die Karte auf die Kanaren filtert, sieht sieben Schilde wie eine Schnur über den Atlantik gespannt – im Westen frische Aktivität, im Osten 20 Millionen Jahre alte erodierte Schilde.