Die zehn beeindruckendsten Vulkane Italiens
Kein anderes Land verbindet Geschichte und tätigen Vulkanismus so eng wie Italien. Auf derselben Halbinsel, die Pompeji begrub, kann man heute halbwegs hinauf zum Ätna fahren, dort zu Abend essen und anschließend per Boot nach Stromboli übersetzen, um Lavafontänen im Mondlicht zu sehen.
1. Ätna, Sizilien
Europas größter und aktivster Vulkan beherrscht den Osten Siziliens. Seilbahnen führen bis 2 500 m hinauf, Geländewagen-Touren noch höher, und an den Gipfelkratern ist fast immer etwas zu beobachten. Der Ätna ist UNESCO-Welterbe und zugleich ein landwirtschaftlich genutzter Berg – Weingärten, Pistazienhaine und Skilifte teilen sich seine Hänge.
2. Stromboli, Liparische Inseln
Der „Leuchtturm des Mittelmeers" stößt seit Jahrtausenden alle paar Minuten glühende Auswurfstücke aus. Von Lipari oder Salina aus bringen Boote Gäste am späten Nachmittag heran, um den Sciara del Fuoco aus sicherer Entfernung zu erleben – ein Naturschauspiel, das es so kaum noch ein zweites Mal gibt.
3. Vesuv, Kampanien
Der berühmteste Vulkan der Welt. Vom Bushalt oberhalb Ercolanos führt ein kurzer Weg auf den Kraterrand, und der Blick über den Golf von Neapel macht sofort verständlich, warum die Römer in seinem Schatten leben wollten.
4. Campi Flegrei, Neapel
Der Supervulkan nebenan: eine weite Caldera westlich Neapels, in der sich der Boden in Zeitlupe hebt und senkt. Die Fumarolen der Solfatara und der Hafen von Pozzuoli sind die zugänglichen Ausschnitte eines Systems, das den Vesuv deutlich übertrifft.
5. Vulcano, Liparische Inseln
Die Insel, die den Vulkanen ihren Namen gab. Der schwefelige Aufstieg zum Gran Cratere zählt zu den lohnendsten leichten Vulkanwanderungen des gesamten Mittelmeerraums.
6. Monte Epomeo, Ischia
Der höchste Punkt Ischias ist ein vulkanischer Dom, dessen langsame Hebung die berühmten Thermalquellen und die Spa-Kultur der Insel speist. Pfade über grüne Tuffhänge enden an einem Rundumblick über den Golf von Neapel.
7. Lipari, Liparische Inseln
Eine aus Rhyolithdomen aufgebaute Insel; die Obsidian- und Bimssteinflüsse oberhalb von Canneto sind ein lehrbuchhaftes Beispiel mediterranen Vulkanismus' unter freiem Himmel.
8. Pantelleria
Diese Vulkaninsel liegt näher an Tunesien als an Sizilien. Im Specchio di Venere füllt ein Kratersee eine Caldera; in Lavagrotten gibt es natürliche Saunen. Die Weine und Kapern Pantellerias wachsen auf Böden, die man schmeckt.
9. Albaner Berge (Colli Albani), Latium
Rom liegt unmittelbar neben einem ruhenden Vulkanfeld. Die Seen von Albano und Nemi füllen Krater in den Albaner Bergen; das System gilt offiziell als schlafend, nicht als erloschen.
10. Marsili-Seeberg, Tyrrhenisches Meer
Italiens größter Vulkan liegt unter Wasser. Der Marsili erhebt sich 3 000 m über den Meeresboden zwischen Sizilien und Kalabrien – von der Oberfläche aus unsichtbar, in der Gefahrenforschung aber ein zentrales Element.
Eine Italien-Vulkanreise planen
Klassisch ist eine Woche zwischen Neapel und Sizilien: zuerst Vesuv und Campi Flegrei, dann mit der Fähre auf die Liparen für Stromboli und Vulcano, zum Abschluss der Ätna. Die Fährfahrpläne geben den Takt vor; vor jedem Abschnitt sollte man die Gefahrenhinweise des INGV prüfen, besonders bei Stromboli und Ätna.
Auf der Karte ansehen
Wer auf der Karte nach Italien filtert, sieht sofort, wie sich die Vulkane entlang einer alten Subduktionszone aufreihen. Die Häufung um Neapel und die Kette der Liparischen Inseln springen unmittelbar ins Auge.