Die 10 wichtigsten Vulkane von Honduras
Honduras ist der Außenseiter Mittelamerikas. Während Guatemala, El Salvador, Nicaragua und Costa Rica direkt auf dem pazifischen Vulkanbogen sitzen, liegt der größte Teil von Honduras knapp dahinter, auf älterer Kruste. Das macht den honduranischen Vulkanismus leiser, älter und leichter zu übersehen — vorhanden ist er aber in Schlackenkegeln, Lavafeldern und Basaltplateaus. Diese zehn sind die Namen, die man kennen sollte.
1. Isla del Tigre
Eine fast perfekt kegelförmige Insel im Golfo de Fonseca, ein holozäner Vulkan, geteilt zwischen Honduras und El Salvador. Heute ruhig, doch seine Silhouette gehört zu den meistfotografierten Motiven des Landes.
2. Zacate Grande
Eine größere Insel im selben Golf, ein basaltischer Vulkan mit Bergdorf und Aussicht nach El Salvador und Nicaragua. Der Aufstieg bietet einen der einfachsten panoramischen Einstiege in die Geologie der Region.
3. Vulkanfeld Yojoa–Taulabé
Die Schlackenkegel und Lavaströme um den Yojoa-See in Zentralhonduras stehen für die ausgedehnteste quartäre basaltische Aktivität des Landes. Cerro Azul Meámbar und die umliegenden Hügel verdanken ihm ihre Form.
4. Cerro Las Mesas
Ein zerstückeltes Basaltplateau nördlich von Tegucigalpa, eher ein altes Lavafeld als ein einzelner Vulkan. Trassen durchschneiden es und zeigen in Aufschlüssen und Steinbrüchen klassische Basaltsäulen.
5. Vulkanfeld Sulaco
In den zentralen Hochländern dokumentieren isolierte quartäre Kegel und kleine Ströme basaltische Back-Arc-Aktivität gut hinter dem zentralamerikanischen Hauptbogen. Auf Touristenkarten fehlen die meisten; vor Ort gelten sie als einfache Hügel.
6. Feld von Comayagua
Kegel und Basaltströme rund um das Tal von Comayagua, ebenfalls auf der Back-Arc-Seite. Der flache Talgrund ist landwirtschaftlich genutzter Boden, der aus diesen Strömen verwittert ist.
7. Insel Utila
Die Bay Islands sind keine klassischen Vulkaninseln, doch Utila und die Nachbarn sitzen auf vulkanischem Sockelgestein mit kleinen Schlackenkegeln am Ufer. Das meiste ist unter Korallenkarbonat begraben.
8. Hochländer Sulaco–Yoro
Ein breiteres herausgehobenes Gebiet basaltischer Reste im Norden des Landes. Die Hügel sind alt genug für dichten Wald, aber jung genug, dass das vulkanische Grundgestein erkennbar bleibt.
9. Östliche Schlackenfelder
In Olancho und Gracias a Dios zeigen kleine Cluster von Schlackenkegeln und kurzen Strömen, dass auch das östliche Drittel des Landes in jüngerer geologischer Vergangenheit basaltische Aktivität hatte. Kaum Straßen führen dorthin.
10. Honduranische Ausläufer des Sumpul-Lempa-Felds
Entlang der salvadorianischen Grenze setzen sich basaltische Kegel des westlichen El-Salvador-Vulkanbogens nach Honduras fort. Keiner ist groß, doch das Grenzland erbt einiges der aktivsten Geologie der Region.
Ein Vulkanismus, geformt durch die Lage
Honduras liegt im Hinterbogen, wo die abtauchende Cocos-Platte zu tief ist, um Bogenvulkanismus anzutreiben, aber flach genug, um basaltische Magmen auf anderen Wegen zu erzeugen. Das Ergebnis ist kleine, verstreute, überwiegend basaltische Aktivität — das Gegenteil des Nachbarn Guatemala.
Wie man den honduranischen Vulkanismus erlebt
Es gibt keine Paradetouren wie in Guatemala oder El Salvador. Honduras-Vulkanismus erlebt man am besten als Schicht der Landschaft — die Basaltsäulen im Steinbruch, die flache Ebene eines lavabodengeprägten Tals, die kegelförmige Insel im Golfo de Fonseca aus dem Bus.
Auf der Karte
Filtert man die Karte auf Honduras, fällt der Kontrast auf: keine Kette hoher Bogenkegel, sondern verstreute kleine Strukturen dort, wo der Rest Mittelamerikas eine durchgehende Linie bekommt.